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Daemon X Machina (Arcade-Action) – Im Mech eingepfercht

Ich wusste im Vorfeld nicht so recht, was ich davon halten soll: Mit Daemon X Machina produziert Kenichiro Tsukuda, der an verschiedenen Teilen der Armored-Core-Serie beteiligt war, einmal mehr rasante Mech-Action. Denn die hat mich stets zwiegespalten hinterlassen mit ihrem einerseits detailversessenen Blick auf die Technik der kolossalen Kriegsmaschinen und den andererseits enttäuschend profanen Ballerbuden im Kern. Zeigt das Switch-exklusive Daemon X Machina im Test also die gleichen Stärken und Schwächen oder lenkt Tsukuda seine Metallriesen in eine neue Richtung?

© Marvelous Games / Nintendo

Schnell und vielseitig

Auf den ersten Blick ist den Entwicklern um Tsukuda das farbenfrohe Artdesign gelungen, denn es macht die Mechs trotz ihres comichaften Aussehens zu erstaunlich plastischen Protagonisten. Eine höhere Bildrate würde den rasanten Scharmützeln zwar guttun, doch alles in allem hatte ich mich hier von Beginn an wohl gefühlt.

Das liegt auch daran, dass man die Mechs mit ihren schnellen Bewegungen angenehm direkt über den Boden und durch die Luft manövriert. Dass Geschosse nach dem Aufschalten eines Gegners automatisch ihr Ziel ansteuern, hat dabei großen Anteil daran, dass man relativ elegant um Gegner herum gleitet, denn oft ist man schnellen Boosts in einer Seitwärtsbewegung unterwegs. Und so feuert man mit MG und Schrotflinte auf viele harmlose Feinde, wechselt bei gut gepanzerten Gegnern auf die an den Schultern montierten Raketenwerfer und Laser, heizt den Widersachern mit zielgelenkten Raketen ein – oder geht die Sache ganz anders an, falls man das Arbeitsgerät ganz anders ausgerüstet hat.

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Auf den ersten Blick begeistern die tollen, selbst konfigurierbaren Mechs. © 4P/Screenshot

Das macht auch diesmal einen großen Teil der Faszination aus: Man baut den eigenen Kampfturm mit von besiegten Mechs aufgelesenen, gekauften oder selbst hergestellten Teilen ständig aus. Waffen und Körperteile besitzen dabei so viele Parameter, dass man sich sehr detailliert spezialisieren kann, und da die Werte von Armen, Beinen, Körper, Kopf sowie Prozessor unterschiedliche Waffensysteme verschieden gut unterstützen, fühlt man sich tatsächlich wie ein Mech-Mechaniker, wenn man gezielt seine bevorzugten Konfigurationen tunt.

Eingepfercht

Ärgerlich ist nur, dass das Ganze eigentlich nicht nötig ist, weil man selbst haushohe Bossgegner meist im ersten Anlauf packt. Zu allem Überfluss gleichen sich sämtliche Feinde so sehr, dass man fast alle mit beliebigen Konfigurationen recht locker in Einzelteile zerlegt. Taktik wird jedenfalls klein geschrieben, was den Reiz des tollen Baukastens freilich ad absurdum führt.

Es ist leider nicht das einzige Problem des Spiels, das sich besonders inhaltlich nicht von seiner stärksten Seite zeigt. Schließlich finden fast alle Einsätze in dermaßen winzigen Arealen statt, dass man sich mitunter eingepfercht vorkommt. Nur auf Karten, die ausschließlich aus engen Tunnelsystemen bestehen, bewegt man sich auch mal vom Fleck. Die extrem engen und an jeder Ecke gleich aussehenden Gänge machen diesen Vorzug allerdings locker wieder wett.

Kommentare

3 Kommentare

  1. Danke für den Test. Der erste Test der das Spiel richtig beleuchtet und einen guten Einblick gibt. Grundsätzlich stehe ich voll auf Mechs. Mich stört aber vor allem der anscheinend mangelnde Anspruch und die überschaubare Gegnervielfalt. Wird dann wohl erst im Deal ein Kauf.

  2. Hab beide Demos gespielt und fand es damals schon nicht gut. Hatte echt gehoft, dass es besser wird. Sehr schade für das Game. Es hätte einfach mehr Zeit gebraucht, oder ein besseres Gameplay. Die Karten fand ich auch viel zu winzig.
    Wollte es mir sogar kaufen. Die Reviews waren aber durch die Bank nicht besonders, auch wenn ich auf Reviews nicht viel gebe. Die zwei Demos allerdings sagten mir überhaupt nicht zu. Auch war bei der zweiten Demo zu viele Diskussionen während der Gefechte. Meist war ich schon fertig und die diskutieren weiter noch.

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