Der Schauplatz wurde ebenso geändert wie die Hauptdarsteller. Statt in Panama, Italien, Madagascar oder Schottland ist man in Indien unterwegs. Statt Nathan Drake, der hauptsächlich von seinem Bruder Sam begleitet wurde, steuert man hier Chloe Frazer, die in der zweiten und dritten Episode einen (teils umfangreichen) Gastauftritt hatte und in Nathans letztem Abenteuer auch noch eine Erwähnung fand. Ihr zur Seite steht Nadine Ross, die ebenfalls aus Uncharted 4 bekannt ist und dort als Anführerin der Söldnergruppe „Shoreline“ den Drakes nach dem Leben trachtete. Wieso Naughty Dog diese beiden starken Frauen zusammenbringt, um den Stoßzahn der indischen Gottheit Ganesha zu finden, ist unklar und wird erzählerisch auch nicht aufgelöst. Chloes Schatzsucher-Drang könnte hier immerhin noch mit ihrer familiären Herkunft begründet werden – sie ist Halb-Inderin. Doch die Dynamik, die sich in den zahlreichen, mitunter optionalen Gesprächen zwischen den beiden auf der Suche nach dem Artefakt entwickelt, lässt einen schnell die Frage nach der Basis-Motivation vergessen, die die beiden Frauen antreibt und die im Drehbuch etwas zu platt mit „Geldgier“ abgespeist wird. Denn im Laufe der etwa acht bis zwölf Stunden, die man über neun Kapitel verteilt in dieser eigenständig spielbaren Episode aus dem Uncharted-Universum mit den beiden unterwegs ist, lernt man sie in ihren Gesprächen besser kennen.
Unterstützt von der bekannt guten Mimik, die seit jeher die Serie auszeichnet, gibt es sowohl in den wenigen stillen als auch den vielen lauten Momenten einige überzeugende Einblicke in das Seelenleben der beiden. Dass beiden von den Drakes immer wieder übel mitgespielt wurde, vereint sie. Und man lernt die in den bisherigen Episoden eher taff inszenierten Frauen von einer anderen, auch mal sentimentalen Seite kennen, wenn sie mit dem Familienthema einen der erzählerischen Fokuspunkte der gesamten Reihe auf ihre Art und Weise fortführen. Oder die verletzliche, wenn Chloe in der Einstiegs- bzw. Tutorialphase von Rebellen-Soldaten bedroht wird und man mit ihr leidet – ein Element, das dramaturgisch später zu selten wieder aufgegriffen wird, wenn sie und Nadine ihren Drake stehen müssen. Oder auch, wenn sie sich bei den gemeinsamen Autofahrten wie beiläufig über Männer unterhalten. Ihnen steht mit dem zweilichtigen Asav ein charismatischer, wenngleich etwas plakativer Antogonist gegenüber. Und diesen nutzt das Drehbuch-Team Shaun Escayg/Josh Scherr für einige spannende als auch emotional aufgeladene Szenen, in denen man die mittlerweile für Electronic Arts schreibende Amy Hennig nur selten vermisst. Die ganz großen erzählerischen Momente der Vorgänger sucht man zwar vergebens. Doch mit den modernen Interpretationen von Lara Croft können Chloe und Nadine dank einiger subtiler Momente auf jeden Fall mithalten. Die beiden schicken sich an, den Staffelstab der Drake-Brüder aufzunehmen und könnten mittelfristig die Serie am Leben erhalten – so Naughty Dog will und die Figuren noch etwas ausarbeitet. Der Anfang ist gemacht. Großes Lob gebührt in dieser Hinsicht auch der deutschen Lokalisierung, die sich abermals von ihrer besten Seite zeigt und bei mir als normalerweise notorisch auf Englisch Spielendem nicht einmal ansatzweise das Bedürfnis hervorgerufen hat, im Optionsmenü die Originalsprache einstellen.
Uncharted von seiner bekannten und besten Seite
Dass man hier mit Chloe (und Nadine) unterwegs ist, merkt man Lost Legacy mechanisch allerdings nicht an. Beide stehen den Drakes in nichts nach, wenn es um Kletterkraft, Wagemut, Intelligenz, Schusssicherheit oder die Fähigkeit geht, Fahrzeuge inmitten von gegnerischem Beschuss zielsicher zu lenken. Sprich: Schauplatz und Protagonisten werden zwar ausgetauscht, spielerisch bleibt es jedoch beim Alten – mit einer Ausnahme. Chloe kann mit ihren Haarklammern in einem Minispiel bekannter Art (mit dem Stick muss ein Punkt gefunden und gehalten werden) bestimmte Schlösser knacken. Das ist zwar eine nette Ergänzung und wird in den nach wie vor knackigen Feuergefechten, die man gegen Asavs Schergen führt, immer wieder spannungsbringend eingesetzt, wenn man versucht, entweder unentdeckt oder aber unter Beschuss einen Waffentruhe zu öffnen. Doch wer mit der frischen Hauptdarstellerin auch eine neue Dynamik oder gar ein anderes Spielgefühl im Vergleich zu Nathans Eskapaden erwartet, wird enttäuscht.
Fand das Addon im Vergleich zum Hauptteil auch nicht so besonders. Die Charaktere haben mich einfach nicht so interessiert. Keine Ahnung aber genau, warum ich es nicht durchgespielt habe.
Hatte mich sehr auf dieses Spiel gefreut, aber als ich diese grauenhafte Körperhaltung der Protagonistin sah - völlig daneben - von Anfang an, wollte/habe ich es nicht fertigspielen wollen und gelassen.
Die normale Körperhaltung von Anfang an war immer diese bescheuerte Kampf/Angriffshaltung, als ob sie jeden Moment jemanden eine Patzen wollte - einfach nur daneben.
Als Nachfolge von Uncharted 4 ein totaler Absturz...
Fand Uncharted 4 wie einen 80er/90er Actionfilm Blockbuster mit Indiana Jones Feeling zum selber spielen. Absolute Spitzenklasse was die Autoren und Grafiker da abgeliefert haben.
Glaube werd mir langsam das Add-On gönnen. Hoffe es hat die gleichbleibende Qualität wie UC 4. Hätte aber, um ehrlich zu sein, am liebsten mit dem alten Gespann gespielt. Das hielt mich eigentlich bisher ab es zu kaufen, aber es juckt mir schon wieder in den Fingern
völlig richtig - ich bin mit indiana jones aufgewachsen und uncharted trifft sowas von den gleichen trash-nerv - einfach herrlich!
wer von sowas keinen schimmer hat sollte uncharted lassen und zu last of us greifen. da gibts keinen 80er-jahre trash sondern 00er jahre zombie-apokalypse-trash - den manch einer scheinbar für bare münze hält^^
ookay - die dummen als dumm zu bezeichnen ist nicht politisch korrekt - es muss heissen " die weniger intellektuell veranlagten" XD