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Beyond Good & Evil (Action-Adventure) – Beyond Good & Evil

Seit heute ist Beyond Good & Evil HD für Xbox 360 erhältlich (die PS3-Variante wurde kurzfristig verschoben) – natürlich inklusive Achievements sowie höherer Auflösung. Aber viel wichtiger als dieser Schnickschnack ist der zeitlos spannende Inhalt. Dieser Klassiker wurde bereits 2004 mit Platin bei uns gefeiert. Rayman-Vater Michel Ancel präsentierte sich als Geschichtenerzähler ersten Ranges, der auch heute keinen Vergleich scheuen muss!

© Ubisoft / Ubisoft

Lebendige Charaktere

Ebenso witzig wie schlagfertig: Jade kann sich auch auf 360 und PS3 (erscheint später) auf ihren schweinischen Freund verlassen. Es bleibt allerdings bei vielen Text- statt Sprachpassagen.

Viele Figuren der Spielewelt sind nicht mehr als Typen – schicke Polygonfiguren, die mit Texturen und Klischees zugekleistert werden. In BG&E trefft ihr auf wenige, aber dafür echte Charaktere, die dank klasse Mimik, natürlicher Dialoge und überraschender Kommentare verblüffend lebendig wirken. Jade, Pey’J & Co wachsen einem im Laufe des Spiels regelrecht ans Herz, weil man jeder Dialogzeile anmerkt, dass das Drehbuch eine große Rolle gespielt hat.

Und auch wenn man eine komplette Sprachausgabe für alle Bewohner vermisst, und bei einfachen Passanten mit Texten vorlieb nehmen muss, wirken die verwinkelten Straßen von Hyllis wesentlich stimmungsvoller als die anonyme Metropole von Jak II . Denn hier ist jeder ansprechbar, hat Hinweise oder eine Bemerkung parat.

Akrobatik ohne Panik

BG&E ist kein Jump’n’Run. Zwar wird an einigen Stellen auch gehüpft, geklettert und gehangelt, aber die meisten Situationen werden automatisiert gemeistert und verlangen kein punktgenaues Reagieren wie bei Rayman & Co: Einfach zum Abgrund rennen, und schon setzt Jade zum Sprung an – lästiges Abstürzen gibt es nicht. Allerdings ist später auch Fingerspitzengefühl nötig, denn in schwer gesicherten Fabriken muss die akrobatische Heldin schon mal mit gut getimeten Hechtsprüngen Alarm-Laser überwinden oder sich schnell bücken. Wer aufgrund der Automatismen ein kinderleichtes Niveau erwartet, wird hier sein forderndes Wunder erleben.

Die Gegner-KI kann sich in den ausgiebigen Schleich-Abschnitten dank ihrer Suchlaser, Geräuschsensoren, Dronenjäger und kluger Schildnutzung schon fast mit der aus Metal Gear Solid messen. Hier kommt es zudem darauf an, die Schwächen der Gegner auszunutzen: Wer einfach 

Heutzutage sieht alles etwas schicker aus: Die Spiegelungen sind feiner, die Auflösungen höher, es gibt neue Effekte und bessere Schatten – aber insgesamt keine all zu großen Unterschiede.

wild um sich schlägt, wird schnell das Zeitliche segnen. Ihr müsst geschickt ausweichen, von hinten angreifen oder aus der Entfernung mit einer Disc bestimmte Punkte der Rüstung zerstören. Nur die Kameraführung irritiert gelegentlich mit abrupten Wechseln. Außerdem ist an einigen Stellen das freie Umschauen nur im Fotomodus möglich. Trotzdem erreicht das Ganze nie die Frustzone, denn die meisten Situationen erlebt man durch den erzwungenen Perspektivwechsel intensiver. Die strenge Regie ist dramaturgisch wichtig, raubt aber das Gefühl der totalen Freiheit.

Kampfballett mit Stil

Adrenalin in Echtzeit versprühen jedoch die klasse inszenierten Kämpfe. Wenn Jade ihren Aikido-Stab zückt, kann sie selbst dem Prince of Persia das Wasser reichen: Elegante Hiebe, Salti und Drehungen sorgen zusammen mit den Funken sprühenden Treffern und immer wieder eingestreuten Zeitlupen für eine erstklassige Choreografie. Zwar werden die akrobatischen Kombinationen einfach durch mehrfaches Drücken ausgelöst, aber durch die wichtigen Spezialangriffe und das Teamplay kommt eine taktische Note hinzu.

Jade kann z.B. kurz ihre Kräfte aufladen und dann in einer sprühenden Wirbelattacke alle umstehenden Gegner treffen – das sieht nicht nur klasse aus, das ist auch enorm effektiv. Später kann dieser Angriff weiter ausgebaut werden, so dass es noch sengende Feuerbälle regnet. Während des Kampfes könnt ihr auch Schweinefreund Pey’J zu einer Stampfattacke animieren, um z.B. große Monster erst mit Schmackes zu schwächen und dann gezielt zu attackieren.