Veröffentlicht inTests

WipEout Pulse (Rennspiel) – WipEout Pulse

Die Ernüchterung: Das auf vielen Strecken vorherrschende Blau-Grau erinnert ebenso an den letzten Teil wie die Flugphysik der pfeilschnell gleitenden Luftkissenboliden. Ist die Formel 1 der Zukunft nach ihrer Wiederauferstehung vor zwei Jahren schon wieder am Ende ihrer Kräfte? Hat WipEout seinen Zenit etwa überschritten, nachdem es das Genre „SciFi-Rennspiel“ einst populär gemacht hat? Dabei stecken in Pulse doch die besten Zutaten aus den vergangenen zwölf Jahren…

© Sony Liverpool / Sony

Kursgenau

Ein ganz anderes Bild geben die Kurse im Zone-Modus frei, jener Rennvariante, in der die Geschwindigkeit stetig zunimmt, ohne dass die Bremsen funktionieren würden. Hier kommt es lediglich darauf an, bis zu einem vorgegebenen Zeitpunkt durchzufliegen, bevor die Schildenergie nach dem unvermeidbaren Kontakt mit der Bande den Kürzeren zieht – ein El Dorado für Schnellflieger! Für Pure hatte Sonys Liverpool-Studio dafür ein spezielles Schiff sowie besondere Strecken erstellt, deren gleißendes (und aus der

Die Zone-Variationen aller Strecken erstrahlen im minimalistischen zweifarbigen Design.

zeitlichen Not geborenes) Blau-Weiß unheimlich edel wirkte. Auf ein separates Zone-Schiff verzichtet Pulse im Gegensatz zum Vorgänger, stattdessen gehen die auch sonst wählbaren Vehikel an den Start. Spezielle Strecken gibt es zwar nicht mehr – nicht zuletzt findet man davon ohnehin mehr als zuletzt – aber das Äußere bleibt gleich: Sämtliche Kurse leuchten für diesen Modus sanft im brillanten zweifarbigen Minimalismus.

Die Austragungsorte der Antigravitationsrennen sind dabei anders als zuletzt über den Globus verstreut und werden mit einer kurzen gesprochenen Einführung vor Beginn jedes Laufes vorgestellt. Es gibt eine jeweils separate Beschreibung für die Rennen in normaler (White) und entgegen gesetzter Richtung (Black) – so kennt man erstmals nicht nur die Namen der Strecken, sondern erfährt Einzelheiten zu ihrer Historie. Pulse wirkt dadurch lebendiger als seine Vorgänger – und auch

[GUI_FLVPLAYER(width=300,height=169,file=http://ftp.4players.de/pub/psp/wipeout_pulse/WipEout_Pulse_Trailer_1_flv_001.flv,image=http://static.4players.de/premium/ContentImage/c8/86/67743-bild.jpg)]
Dies ist ein Test

umfangreicher. Schließlich drehen die Entwickler bei den Black-Veranstaltungen nicht einfach die Nase des Schiffs um 180 Grad und freuen sich diebisch über ihre preiswerte Vielfaltsvergrößerung. Stattdessen führen die meisten der umgekehrten Rennen über alternative Routen, so dass im besten Fall aus dem technisch anspruchsvollen Basilico White der Hochgeschwindigkeitskurs Basilico Black wird. Meine mäßig begeisterte Einstellung zu dieser Art der Wiederverwertung konnte zwar auch Pulse nicht ändern, die unterschiedlichen Herausforderungen nehme ich allerdings gerne an.

Gold für alle!

Zumal ich ungeliebte Strecken zum Teil überspringen könnte – der abwechslungsreichen Rennkampagne sei Dank. Im Gegensatz zu jedem bisherigen WipEout zwingt die Fortsetzung nämlich nicht zum sturen Abspulen aller Läufe und Turniere, sondern bietet stets die Wahl zwischen verschiedenen Rennen, zu denen – erstmals innerhalb der Kampagne – auch Zone, Eliminator, Zeitrennen oder die neuen Duelle ohne Waffeneinsatz gegen nur einen Kontrahenten gehören. Dabei dürfen sich Piloten vor jeder Veranstaltung entscheiden, ob sie es mit leichten, mittleren oder schweren Gegnern aufnehmen wollen, wobei die Anforderungen innerhalb einer Serie mitunter schwanken. Der Nachteil: Wer sich nur unter leichten Bedingungen auf die Bahn traut, erhält weniger Loyalitätspunkte und damit umgerechnet weniger neue Lackierungen pro Rennen. Der Vorteil: Dass man eine Goldmedaille unter gemäßigten Bedingungen eingeflogen hat, wird zwar angezeigt, spielerisch haben Einsteiger aber kein Nachsehen, weil jedes Edelmetall fürs Weiterkommen zählt.

Nicht nur in der Rennkampagne spült jeder Wettlauf Loyalitätspunkte auf das Konto des gewählten Teams. Für gerade mal sieben Zähler wie hier gibt es allerdings keine Bonus-Lackierung.

Erzielt man so in einer aus mehreren Herausforderungen bestehenden Serie zusammengerechnet die Bronzemedaille, öffnet sich bereits die nächste der 16 Serien. Dabei steigt der Grad der Herausforderung natürlich ebenso wie die angebotenen Geschwindigkeitsklassen stetig an. Außerdem schaltet man nur in der Kampagne mehr als die drei anfänglichen Strecken frei. Irgendwann wollte ich schließlich meine eigene Serie erstellen und die sollte über mehr als eine Hand voll Kurse führen…

Wer wissen will, ob er und seine Freunde eine Reihe halsbrecherischer Phantom-Rennen in der finnländischen Eiswüste Outpost 7 gewinnen können, darf nämlich in der Rennbox Übungsläufe in jeder Spielvariante absolvieren sowie anschließend seine eigene Herausforderung basteln, speichern und per WiFi oder über den Umweg PC-Download weitergeben. Erwähnte ich die Online-Ranglisten, in denen sämtliche Runden- und Rennzeiten aller Spielvarianten gespeichert werden, die – leider erst in Kürze – per Download erhältlichen Pisten und Gleiter sowie Wettläufe über WiFi oder das Internet? Wer Fangesänge in der Sportschau stumm schaltet, sollte die kommende Zeile überspringen: Endlich dürfen sich WipEout-Raser in Online-Rennen miteinander messen – fünf Ausrufezeichen!